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CANTO

GUI nervt. Terminal ist besser und endlich hab ich (hoffentlich) den letzten RSS-Feedreader gefunden den ich in meinem Leben installieren werde.
Das gute Stück Code heißt "CANTO".
CANTO läuft ausschließlich im Terminal - keine fancy Grafiken und lange Ladezeiten.
In Python gecoded ist CANTO sogar sehr einfach zu konfigurieren oder zu erweitern.
Das wichtigste zuerst wie sieht CANTO aus (auch wenn es ums Terminal geht, darf es trotzdem gut aussehn ;) ):



Also übersichtlicher geht es kaum.

Installation

Unter NixOS gibt es zwei Pakete die installiert werden können:
- canto-curses (der CANTO reader)
- canto-daemon (für Remote Stuff)

Für den lokalen Betrieb reicht "canto-curses" vollkommen aus.

NixOS
nix-env -iA nixos.canto-curses

Im Anschluss kann CANTO benutzt werden.

Benutzung

Sobald CANTO gestartet ist, werden auch die Feeds direkt angezeigt (siehe Bild oben).

Wer mit Vim arbeitet, kommt auch schnell mit CANTO zurecht.
Die Navigation durch die Feeds funktioniert per HJKL.

Navigation
H -- markiert als gelesen
J -- nächster Artikel
K -- vorheriger Artikel
L -- markiert als ungelesen


Da die Ansicht aller Elemente aller Feeds etwas unübersichtlich und erschlagend ist, können die Feeds mit "C" eingeklappt werden.
Zum Aufklappen eines Artikel wird "SPACE" benutzt. Beim erneuten betätigen wird der Artikel wieder eingeklappt.

Im default liefert CANTO drei Feeds mit, die nicht unbedingt jeder haben möchte. Also werden die eigenen Lieblingsfeeds eingefügt.
CANTO liefert dazu die Vim-typische Vorgehensweise um Befehle einzugeben. Um commands zu nutzen wird innerhalb von CANTO ":" benutzt.
Das hinzufügen von Feeds würde dann wie folgt aussehen:

CANTO
:add https://www.nerdbude.com/rss/feed.xml

Das fügt den reinen Feed (inkl. dem Titel der im Feed benutzt) zur Configfile hinzu.
Nun kann es aber vorkommen, dass der Feedtitel angepasst werden soll. Dazu bekommt der "add" Befehl ein Argument namens "name=":

CANTO
:add https://www.nerdbude.com/rss/feed.xml name=NB

Nun wird der Feed unter dem Namen "NB" angezeigt.
Sinkt die Lust auf einen Feed und er soll aus CANTO raus, ist das ebenso einfach:

CANTO
:del

Damit wird der Feed an der aktuellen Cursorposition gelöscht.
Ein weiteres wunderbares Feature von CANTO ist die Auto-Update Funktion.
Viele Terminal Feed Reader scheitern daran leider. Nicht CANTO.
CANTO lässt sich so konfigurieren, dass ein beliebiger Auto-Update-Intervall eingerichtet werden kann:

CANTO
:set update.auto.enabled [True|False] -- aktiviert oder deaktiviert das Autoupdate
:set update.auto.interval n -- n ist der Intervall in Sekunden

So kann CANTO einfach laufen ohne, dass händisch aktualisiert werden muss.

Styling

Ja styling - nur weil auf GUI verzichtet wird, heisst das ja nicht unbedingt, dass alles nur s/w ist.
CANTO benutzt im default die Systemfarbschemata, kann aber bequem per Befehl konfiguriert werden:

CANTO
:color read red -- setzt die Farbe für gelesene Elemente auf rot
:style unread bold -- setzt ungelesene Elemente auf bold

Wer die Keybindings nicht gut findet, kann auch die ganz simpel per command ändern:

CANTO
::bind j item-state read \& next-item

Hier wird "J" gemapped, das beim Betätigen das Element als gelesen markiert wird und der Cursor ein element weiter rutscht.

CANTO ist also wirklich hochkonfigurierbar und ermöglicht wieder eine Funktion mehr für die das Terminal nicht verlassen werden muss.
Den Sourcecode und Dokumentation gibt es hier: CANTO.

Auf CANTO könnte man auch aufbauen und ihn vielleicht als Podcatcher benutzen. Ich werde berichten.




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